Wissenschaftliche Informationen

Trinkwasser in öffentlichen Einrichtungen - eine zunehmend wahrgenommene Infektionsquelle

Wasserleitungssysteme in großen Gebäuden enthalten häufig Biofilm, der schwer zu beseitigen ist, wenn er sich etabliert hat.

Für immungeschwächte Personen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko durch wassergebundene Krankheitserreger wie Pseudomonas aeruginosa, Legionella pneumophila, nicht-tuberkulöse Mykobakterien, Pilze und weitere Mikroorganismen. Wasserfilter direkt an der Entnahmestelle werden zunehmend als effiziente Barriere gegen die Übertragung von wasserassoziierten Pathogenen vom Wasser auf die Verbraucher eingesetzt. 

Wie gelangt das Wasser aus seinem Ursprung zum Wasserhahn?

Die Städte werden von den Wasserwerken mit streng kontrolliertem und hygienisch einwandfreiem Wasser versorgt. Während seines Transports ist das Wasser kalt und fließt kontinuierlich durch Rohrleitungen mit großem Durchmesser. Das ändert sich jedoch dramatisch nach der Einleitung des Wassers in ein Gebäude 1,2.  Innerhalb der Gebäudes stagniert das Wasser und seine Temperatur steigt. Es fließt durch komplexe Leitungssysteme mit engen Rohren, die häufig korrodierte Innenflächen oder Totstränge aufweisen. Dieses Umfeld bietet optimale Bedingungen für die Bildung von Biofilm, aus dem kontinuierlich Bakterien und sonstige Mikroorganismen ins Wasser freigesetzt werden 3-5.

Zum Seitenanfang

Was ist Biofilm und wie entsteht er?

Der Biofilm entsteht, wenn planktonische Bakterien in Kontakt mit konditionierten Oberflächen kommen (z. B. den Innenflächen von Wasserrohren). Sie können extrazelluläre polymere Substanzen (EPS) produzieren, mit denen sie sich an der Oberfläche anheften. In Wasserleitungssystemen kann sich Biofilm innerhalb weniger Tage bilden, selbst wenn das Wasser Trinkwasserqualität hat 2. In den EPS können sich Bakterien, Amöben, Algen und sonstige Mikroorganismen ansiedeln. Bei geringen Fließgeschwindigkeiten, beispielsweise in Totsträngen, kann sich ein besonders dicker Biofilm entwickeln. Durch die Kraft des fließenden Wassers lösen sich Teile des Biofilms ab, und Partikel können andere Stellen des Wasserleitungssystems kolonisieren 3. Eine externe physikalische Beanspruchung der Rohrleitungen, z. B. durch Desinfektionsmaßnahmen, kann zur Anpassung der Biofilmzellen und dadurch zu einer stärkeren Anheftung der Zellen an Oberflächen führen 5.

Zum Seitenanfang

Warum beeinflusst der Biofilm die Wasserqualität?

Je dicker der Biofilm ist, desto besser werden die darin enthaltenen Mikroorganismen vor chemischen und thermischen Desinfektionsmaßnahmen geschützt 2,5. Deswegen ist es extrem schwierig, einen einmal gebildeten Biofilm vollständig zu entfernen. Die unregelmäßige Freisetzung von Partikeln und Bakterien kann zu großen Abweichungen der Keimzahlen an den Probenahme- bzw. Wasserentnahmestellen führen 2-4. Im Biofilm lebende Bakterien verfügen nachweislich über eine größere Resistenz gegenüber antimikrobiellen Behandlungen als planktonische Zellen 3.

Warum beeinflusst der Biofilm die Wasserqualität?

Zum Seitenanfang

Welche Mikroorganismen können im Biofilm nachgewiesen werden?

Die Mehrzahl der Bakterien in Wasserleitungssystemen lebt im Biofilm (etwa 95 %), nur etwa 5 % treten frei im fließenden Wasser auf 4,6. Biofilme enthalten eine Vielzahl wasserassoziierter Mikroorganismen. Dazu gehören Protozoen (z. B. Acanthamoeba), Pilze (z. B. Aspergillus spp.), Viren und eine Reihe humanpathogener Bakterien 1,3-6. Zu den im Biofilm lebenden Bakterien, die für immungeschwächte Menschen gefährlich sein können, gehören Pseudomonas aeruginosa, nicht-tuberkulöse Mykobakterien, Stenotrophomonas maltophilia, Acinetobacter baumanii, Chrysobacterium spp., Sphingomonas spp. und Klebsiella spp.3-6 . Legionella pneumophila ist das wohl bekannteste, im Biofilm vorhandene, pathogene Bakterium, das sowohl zentrale Wasserspeicher (z. B. Wassertanks) als auch periphere Auslässe besiedeln kann 2,3,5. Wassergebundene Pseudomonas aeruginosa sind eine verbreitete Ursache schwerer Infektionen 7-9.

Welche Rolle spielen Amöben im Biofilm?

Zum Seitenanfang

Was sind VBNC-Zellen?

VBNC-Zellen (Englisch: Viable But Non-Culturable - lebend, aber nicht kultivierbar) wachsen nicht auf den üblichen bakteriologischen Nährmedien, leben jedoch und sind zu erneuter Stoffwechselaktivität fähig. Sie können tatsächlich zur Kultivierbarkeit "wiederbelebt" werden und sind dann auch erneut infektiös 6,10-12. Diese Entdeckung stellt die Quantifizierungsgenauigkeit von Kultivierungsmethoden in Frage. Man geht davon aus, dass sich ein großer Teil der im Biofilm lebenden Zellen im VBNC-Zustand befindet und dass dieser Zustand durch antibakterielle Materialien wie Kupferrohre11 sowie durch thermische Verfahren12 herbeigeführt werden kann. Da im Wasser vorkommende Erreger wie P. aeruginosa im VBNC-Zustand mit Standard-Kulturverfahren nicht nachweisbar sind, müssen alternative Diagnostikmethoden wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) oder die Fluoreszenz In Situ Hybridisierung (FISH) angewandt werden 6.


Zum Seitenanfang

Welche Rolle spielen Amöben im Biofilm?

Amöben sind bedeutende Wirtsorganismen für wasserassoziierte Bakterien. L. pneumophila, Mycobacteria spp. und andere “Amöben-resistente Bakterien” können sich sicher in diesen Protozoen aufhalten 13,14. Legionellen werden in die Amöben aufgenommen ohne verdaut zu werden, und vermehren sich dort innerhalb der Vakuolen. Wenn die Legionellen eine bestimmte Dichte erreicht haben, werden sie aus den Vakuolen ins Wassersystem freigesetzt 14.

Welche Mikroorganismen können im Biofilm nachgewiesen werden?


Zum Seitenanfang

Warum ist Pseudomonas aeruginosa ein besonderes Problem?

Pseudomonas aeruginosa ist eins der am meisten problematischen Bakterien in Gesundheitseinrichtungen und für etwa 10 - 20 % aller auf Intensivstationen auftretenden nosokomialen Infektionen (Pneumonien, Wund-, Blut und Harnwegsinfektionen) verantwortlich 8. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bis zu 50 % aller nosokomialen P. aeruginosa Infektionen auf das Wasserleitungssystem zurückzuführen sind 15-17. P. aeruginosa wird auch außerhalb von Krankenhäusern zunehmend als ein potenziell problematischer wasserassoziierter Erreger erkannt. Infektionsketten von Wasserhähnen zu Menschen sind nachgewiesen worden. P. aeruginosa kann alle Arten von Flüssigkeiten (selbst destilliertes Wasser) kolonisieren und bildet rasch Biofilme 8. P. aeruginosa Stämme haben Resistenzen gegen gängige Antibiotika entwickelt, was eine effektive Behandlung zunehmend kompliziert und kostenintensiv macht 18.

Warum ist Pseudomonas aeruginosa ein besonderes Problem

 

Zum Seitenanfang

Was sind die Übertragungswege vom Wassersystem zum Menschen?

Inhalation und Aspiration sind Übertragungswege für Legionella spp. Pseudomonas spp. kann durch Kontakt und Aspiration übertragen werden. Im Rahmen der täglichen Routine wird Leitungswasser zur persönlichen Hygiene verwendet. Intensivpatienten werden beispielsweise aufgrund der Schwere ihrer Krankheit häufig über mehrere Zugänge (Katheter, Drainagen und Endotrachealschläuche) therapeutisch versorgt. Diese Zugänge sind potenzielle Eintrittsstellen für Bakterien. Tröpfchen mit kontaminiertem Leitungswasser oder kontaminierte Hände des Pflegepersonals können versehentlich mit diesen Eintrittsstellen in Kontakt kommen. Rogues et al. berichteten, dass bei 14 % des Pflegepersonals auf Intensivstationen die Hände Pseudomonas positiv waren, wenn sie mit kontaminiertem Leitungswasser gewaschen wurden; 12 % waren positiv, wenn der letzte Kontakt mit einem Pseudomonas positiven Patienten erfolgt war 19. Kontaminiertes Mineral- oder Tafelwasser oder kontaminiertes Wasser aus Wasserspendern ist ebenfalls als Quelle für nosokomiale Pseudomonas Infektionen auf Intensiv- und Knochenmarktransplantationsstationen (KMT) beschrieben worden 20,21.

Zum Seitenanfang

Warum ist die komplette Beseitigung vom Biofilm durch systemische Behandlungen so schwierig?

Wasserleitungssysteme in großen Gebäuden sind häufig komplex aufgebaut und können bis zu 50 km lang sein. Totstränge, korrodierte Rohre, geringe Durchflussmengen und unzureichende Temperaturen von unter 55 °C in den Warmwasserleitungen und über 20 °C in den Kaltwasserleitungen tragen zur Ausbildung vom Biofilm bei und machen seine komplette Beseitigung fast unmöglich. Thermische Schockbehandlungen (10 - 20 min gleichzeitiges Spülen aller Wasserentnahmestellen mit > 70 °C) zeigen nur einen vorübergehenden Effekt 22. Legionella Stämme können bei einer über einen langen Zeitraum durchgeführten thermischen Behandlung hitzeresistent werden 12. Wenn Kalt- und Warmwasserleitungen durch denselben Rohrkanal verlaufen, besteht bei thermischen Verfahren zudem die Gefahr, dass sich die Kaltwasserleitungen erwärmen 23, was das Risiko der Biofilmbildung im Kaltwasser erhöht. Chemische Verfahren wirken bakterizid auf frei schwimmende Bakterien, zeigen jedoch beschränkte Wirkung auf Biofilme und können die Entstehung gefährlicher Nebenprodukte auslösen 22,24,25.

Daher sollte in Bereichen, in denen sich immungeschwächte Personen aufhalten, für zusätzlichen Schutz gesorgt werden (z. B. endständige Wasserfilter), um die Übertragung wassergebundener Krankheitserreger auf Patienten zu minimieren.

Zum Seitenanfang

Wo werden endständige Wasserfilter (Waschbecken- oder Duschfilter) typischerweise verwendet?

Endständige Wasserfilter werden als zusätzliche Schutzmaßnahme in Bereichen eingesetzt, wo stark immungeschwächte Menschen mit Wasser in Kontakt kommen 26-43, sowie in Ausbruchfällen. Endständige Filter können flexibel an Wasserhähnen oder Duschen angebracht werden. Ihr häufigster Einsatz in medizinischen Einrichtungen ist auf Knochenmark- und Organtransplantationsstationen, auf onkologischen und hämatologischen Stationen, auf Stationen für Intensiv- und Verbrennungspatienten, in der Neonatologie sowie bei der Endoskopieaufbereitung, an Geburtswannen, in Küchen (zur Zubereitung von Mahlzeiten für kritische Patienten) und in Geriatrieabteilungen. Basierend auf den klinischen Erfahrungen wird die endständige Wasserfiltration zunehmend auch in anderen Bereichen mit immungeschwächten Patienten verwendet wie in Pflegeheimen und in der häuslichen Pflege. Solche endständigen Filter lassen sich schnell installieren, was sie zu einem nützlichen Instrument bei der Kontrolle akuter Ausbrüche macht, z. B. in öffentlichen Gebäuden, Mietshäusern, Schwimmbädern, Sportzentren oder Hotels.

Endständige Wasserfilter

Zum Seitenanfang

Welche Anforderungen müssen endständige Wasserfilter erfüllen?

Endständige Filtration liefert nach internationalen Normen sterilfiltriertes Wasser (Zurückhaltung von ≥ 107 Brevundimonas diminuta/cm2 Membranoberfläche).44 Da endständige Filter meist in feuchten Umgebungen verwendet werden, besteht das Risiko einer Kontamination des Filtergehäuses durch zurückspritzendes Wasser. Um das Risiko einer retrograden Verunreinigung zu minimieren, enthalten die Pall POU Wasserfilter im gesamten Polymergehäuse ein nicht-lösliches, bakteriostatisches Additiv. Die hygienische Sicherheit dieser endständigen Filter ist durch Laborvalidierungen, multizentrische Feldversuche und unabhängige klinische Studien bestätigt worden 26-43.



Zum Seitenanfang

Bieten Pall Wasserfilter zusätzliche Vorteile?

 
Zur bequemeren Dokumentation des Filterwechsels sind auf den Pall POU Wasserfiltern abziehbare Beschriftungsetiketten angebracht. Der Filterwechsel kann zudem mit einer speziellen Software (Pall-Aquasafe Data) elektronisch überwacht werden, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten 45. Die Verwendung von speziellen Schnellkupplungen garantiert ein bequemes Auswechseln der Filter binnen Sekunden. Eine integrierte Vorfiltration sorgt für hohe Flussraten während der gesamten Filterstandzeit. Pall POU Wasserfilter sind kompatibel mit systemischen Behandlungen wie kontinuierlichem Heizen (bei 60 °C), „Heat and Flush“-Verfahren (bei 70 °C) oder der Desinfektion mit Chlordioxid. Da das filtrierte Wasser auch als Trinkwasser verwendet wird, müssen die endständigen Filter die Trinkwasseranforderungen erfüllen. 

Zum Seitenanfang

Welche Empfehlungen gibt es für die endständige Wasserfiltration?

Die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Anforderungen an Trinkwasserqualität werden im Allgemeinen weltweit befolgt. Die endständige Filtration ist in diesen Empfehlungen als eine Maßnahme für Risikobereiche in Krankenhäusern aufgeführt 1,50. Darüber hinaus existieren mehrere nationale und regionale Trinkwasserrichtlinien, und viele haben die endständige Filtration als eine Möglichkeit zur Vermeidung der Übertragung wasserassoziierter Pathogene auf Patienten und Verbraucher integriert. In Frankreich sind Gesundheitseinrichtungen nach einer Richtlinie des Gesundheitsministeriums seit dem Jahr 2002 angewiesen, 0,2 µm Mikrofilter an den Entnahmestellen in Hochrisikobereichen zu installieren 46. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Wasserfiltration für den letzten Reinigungsdurchgang bei der Endoskopieaufbereitung 47. In Deutschland empfiehlt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut im Jahr 2010 die Verwendung endständiger Filter für spezifische Anwendungen bei der Pflege stark immungeschwächter Patienten 48. Nach Aussage des britischen Yorkshire Cancer Network ist endständig sterilfiltriertes Wasser als Trinkwasser für immungeschwächte Krebspatienten am besten geeignet 49. In der WHO-Publikation “Legionella and the prevention of Legionellosis” (2007) werden endständige Filter für Hochrisikobereiche wie Transplantationseinheiten und Intensivstationen empfohlen, wenn legionellenfreies Wasser (0 KBE/1000 mL) auf anderem Wege nicht zu erreichen ist 50. Auch in Kanada und Australien werden endständige Filter für die Endoskopieaufbereitung empfohlen 51,52.

Zum Seitenanfang

Gibt es Studien über die Reduktion von Infektionen nach der Installation endständiger Wasserfilter?

In mehreren Berichten wurde die hohe Effizienz der Pall POU Wasserfilter unter klinischen Bedingungen nachgewiesen 26-42. Mehrere Studien dokumentierten eine Reduktion wasserassoziierter Infektionen/Verunreinigungen nach der Installation von Pall-Aquasafe Filtern. Vianelli et al. (2006) berichteten, dass die Verwendung von Einmal-Wasserfiltern bei einem Pseudomonas aeruginosa Ausbruch auf einer hämatologischen Station zum signifikanten Rückgang der Kolonisation und der Infektionen führte 26. Van der Mee-Marquet et al. (2005) dokumentierten eine Reduktion von P. aeruginosa Infektionen der Lunge, des Blutkreislaufs und der Harnwege von 8,7/1.000 Patiententagen (vor der Filtration) auf 3,9/1.000 Patiententage (nach der Filtration) 27. Besonders prägnant war der Rückgang von Infektionen durch multisensible P. aeruginosa Stämme, die mit großer Wahrscheinlichkeit direkt aus dem Wasser stammten. In einer Studie von Trautmann et al. (2008) wurden endemische P. aeruginosa Infektionen auf einer chirurgischen Intensivstation beschrieben 29. Verschiedene Methoden wie der regelmäßige Wechsel von Strahlreglern oder die Verwendung von sterilem Wasser für die Mundhygiene führten zu keiner signifikanten Reduktion der Pseudomonas positiven Patienten. Im Gegensatz dazu zeigte der Vergleich zwischen dem 12-monatigen Präfilterzeitraum (n = 649 Patienten) und dem Filterzeitraum (n = 585 Patienten, 12 Monate) eine signifikante Reduktion der Infektionen um 56 % (p < 0,0003) nach Einsatz der endständigen Einmal-Wasserfilter 29. Eine Reduktion nosokomialer P. aeruginosa Infektionen bei Verbrennungspatienten von 10 % auf 2,5 % und ein Rückgang von Infektionen durch gramnegative Bakterien um 50 % auf einer US-amerikanischen Station für Knochenmarktransplantationen nach Installation von Pall-Aquasafe Filtern wurden ebenfalls berichtet 30,42.

In jüngster Zeit bestätigten weitere Forscher in den USA, Asien und Europa die Wirksamkeit von Pall-Aquasafe Wasserfiltern als Barriere gegen die Übertragung wasserassoziierter Krankheitserreger in medizinischen Einrichtungen 31-42.

Studien über den Rückgang von Infektionen

Welche wirtschaftlichen Vorteile bietet die endständige Wasserfiltration?

Beim Kostenvergleich zwischen steril abgefülltem Wasser, kommerziell erhältlichem Mineral- und Tafelwasser und sterilfiltriertem Wasser als Trinkwasser für stark immungeschwächte Patienten in Krankenhäusern ergaben sich signifikante Vorteile für die endständigen Einmal-Wasserfilter 28. So sind z. B. nosokomiale wasserassoziierte Infektionen mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität der Patienten verbunden und erhöhen die Kosten für die medizinischen Einrichtungen. Der Wert der endständigen Filtration muss daher auch von einer präventiven Perspektive aus betrachtet werden. P. aeruginosa ist z. B. bekannt für nosokomiale Infektionen auf Intensivstationen, wie Sepsis, Harnwegsinfektionen, Infektionen chirurgischer Wunden und Pneumonien 8. Blutinfektionen oder Pneumonien bei Intensivpatienten können leicht zusätzliche Kosten von 15.000 USD und mehr pro Patient verursachen 53-56. Die Installation endständiger Wasserfilter auf einer Intensivstation mit 10 Wasserhähnen führt bereits zur Einsparung von Kosten, wenn dadurch nur eine einzige Infektion verhindert wird. In einer großen klinischen Studie wurden nach Installation endständiger Wasserfilter an 7 Wasserentnahmestellen einer Intensivstation erhebliche Kosteneinsparungen in Höhe von ungefähr 64.000 USD pro Jahr aufgrund des Rückgangs von Pseudomonas Infektionen berechnet 29. Eine weitere Studie berichtete von Netto-Kosteneinsparungen in Höhe von 231.000 USD durch die Reduktion der Gesamtpflegekosten von Patienten infolge der Filterinstallation in einer Subakutstation in den USA (2010) 41. Weitere Kostenvorteile zeigten sich bei der Installation von Pall POU Wasserfiltern in einem Labor, weil die Verwendung sterilfiltrierten Wassers bei der schnellen säurebeständigen Färbung zur Diagnose von Tuberkulose falsch positive Ergebnisse aufgrund von nicht-tuberkulösen Mykobakterien im Spülwasser verhinderten 57. Die Kostenersparnis pro verhindertem, falsch positivem Ergebnis betrug schätzungsweise 2.250 USD.


Zum Seitenanfang

Literatur

  1. Cunliffe, D. et al., “Water Safety in Buildings”, WHO Press, Weltgesundheitsorganisation, Genf/Schweiz, März, 2011
  2. Exner, M. et al., “Prevention and control of health care-associated waterborne infections in health care facilities“, AJIC, 33:26-40, 2005
  3. Lindsay D von Holy A, “Bacterial biofilm within the clinical setting: What healthcare professionals should know”, J Hosp Infect, 64:313-325, 2006
  4. Kreysig, D., “Der Biofilm – Bildung, Eigenschaften und Wirkungen”, veröffentlich in Bioforum, GIT Verlag, Darmstadt/Deutschland 24:40-43, 2001
  5. Flemming, H. C. und Wingender, J. “The biofilm matrix“, Nat Rev Microbiol, 8:623-633, 2010
  6. Moritz, M., Flemming, H. C. und Wingender, J., “Integration of Pseudomonas aeruginosa and Legionella pneumophila in drinking water biofilms grown on domestic plumbing materials”, Int J Hyg Env Health, 213:190-197, 2010
  7. Anaissie EJ, et al., „The hospital water supply as a source of nosocomial infections: a plea for action“, Arch Intern Med, 162:1483-1492, 2002
  8. Wunderink, R. G. und Mendoza, D. L., „Epidemiology of Pseudomonas aeruginosa in the intensive care unit“, published in “Infectious diseases in critical care”, Springer Verlag, 218-225, 2007
  9. Trautmann, M. et al., „Common RAPD pattern of Pseudomonas aeruginosa from patients and tap water in medical intensive care unit“, Int J Hyg Env Health, 209:325-331, 2006
  10. Oliver, J. D. “Recent findings on the viable but non-culturable state in pathogenic bacteria“, FEMS Microbiol Rev, 34:415-425, 2010
  11. Dwidjosiswojo, Z. et al., “Influence of copper ions on the viability and cytotoxicity of Pseudomonas aeruginosa under conditions relevant to drinking water environments”, Int J Hyg Env Health, in press, 2011
  12. Allegra, S. et al., “Longitudinal evaluation of the efficacy of heat treatment procedures against Legionella spp. In hospital water systems by using a flow cytometric assay”, Appl Env Microbiol, 77:1268-1275, 2011.
  13. Drancourt, M., Adékambi, T. und Raoult, D., “Interactions between Mycobacterium xenopi, amoeba and human cells“, J Hosp Infect, 65:138-142, 2007
  14. Winiecka-Krusnell J & Linder E, „Free living amoeba protecting Legionella in water: The tip of an iceberg?”, Scand J Infect Dis, 31:383-385, 1999
  15. Reuter, S. et al., “Analysis of transmission pathways of Pseudomonas aeruginosa between patients and tap water outlets”, Crit Care Med, 10:2222-2228, 2002
  16. Blanc, D. S. et al., “Faucets as a reservoir of endemic Pseudomonas aeruginosa colonization/infections in intensive care units”, Intensive Care Med, 30: 1964-1968, 2004
  17. Vallés J et al, “Patterns of colonization by Pseudomonas aeruginosa in intubated patients: a 3-year prospective study of 1.607 isolates using pulsed-field gel electrophoresis with implications for prevention of ventilator-associated pneumonia”, Intensive Care Med, 30:1768-1775, 2004
  18. Jung, R. et al., “Surveillance of multi-drug resistant Pseudomonas aeruginosa in an urban tertiary-care teaching hospital”, J Hosp Infect, 57:105-111, 2004
  19. Rogues, A. M. et al., “Contribution of tap water to patient colonisation with Pseudomonas aeruginosa in a medical intensive care unit”, J Hosp Infect, 67:72-78, 2007
  20. Eckmanns, T. et al., “An outbreak of hospital-acquired Pseudomonas aeruginosa infections caused by contaminated bottled water in intensive care units”, Clin Microbiol Infect, 14:454-458, 2008
  21. Wong, V. et al., “Spread of Pseudomonas fluorescens due to contaminated drinking water in a bone marrow transplant unit”, J Clin Microbiol, 49:2093-2096, 2011
  22. Blanc D et al., “Water disinfection with ozone, copper and silver ions, and temperature increase to control Legionella: seven years of experience in a university teaching hospital”, J Hosp Infect 60:69-72, 2005
  23. Patterson et al., „Colonization of transplant unit water supplies with Legionella and protozoa: precautions required to reduce the risk of legionellosis”, J Hosp Infect 37:7-17, 1997
  24. Eckmanns, T. et al., “Prevention of nosocomial Legionnaire’s disease“, Dtsch Ärztebl, 103:1294-1300, 2006
  25. Lin E, Stout J, Yu V., “Controlling Legionella in hospital drinking water: an evidence-based review of disinfection methods”, Infect Control Hosp Epidemiol, 32:166-173, 2011
  26. Vianelli, N. et al., “Resolution of a Pseudomonas aeruginosa outbreak in a haematology unit with the use of disposable sterile water filters”, Haematologica, 91:983-985, 2006
  27. Van der Mee-Marquet, N. et al., “Water Microfiltration: A procedure to prevent Pseudomonas aeruginosa infection”, XVIe Congrès National de la Société Francaise d’Hygiène Hospitalière, Reims, Livre des Résumés, S137, June 4th 2005 
  28.  Hall, J. et al., “Provision of safe potable water for immunocompromised patients in hospital“, J Hosp Infect, 58:155-158, 2004
  29. Trautmann, M. et al., “Point-of-use water filtration reduces endemic Pseudomonas aeruginosa infections on a surgical intensive care unit”, Am J Infect Control, 36:421-429, 2008
  30. Legrand ICS et al., “Impact of terminal water microfiltration on the reduction of nosocomial infections due to Pseudomonas aeruginosa in burnt patients“, presented at 11ème Journées Internationales de la Qualité Hospitalière et en Santé (JIQHS), Paris, poster n°204, 2009
  31. Wright, C. L. et al., “A two year double cross-over study investigating point-of-use filters for reducing gram-negative nosocomial pathogens from hospital water”, J Hosp Infect 76(Suppl. 1):S38, 2010
  32. Hell, M. et al., “Water microfiltration at the point of use – a procedure to prevent infection/colonization with water borne pathogens in ICU patients?”, J Hosp Infect, 76(Suppl. 1):S38, 2010
  33. Rolling, A. M., “Handling of antimicrobial water filter and disposable shower rose used for wound cleansing”, 19th Conf European Wound Management Assoc, Helsinki, Finnland, (P27), Mai 2009
  34. Barna, Z. et al., “Tap water as a potential source of nosocomial Pseudomonas aeruginosa infections in an intensive care unit”, 19th European Congress Clin Microbiol & Infect Dis, Helsinki, Finnland, Poster No° 859, Mai 2009
  35. Warris, A. et al., “Point-of-use filtration method for the prevention of fungal contamination of hospital water”, J Hosp Infect, 76:56-59, 2010.
  36. Junker, L., Larsen, A. M. H. und Andersen, L., “Nosocomial infections with Legionella spp. and other water borne bacteria can be reduced by control of shower water”, Int J Infect Contr, 5:60 (P17), 2009
  37. Williams, M. M. et al., “Point-of-use membrane filtration and hyperchlorination to prevent patient exposure to rapidly growing mycobacteria in the potable water supply of a skilled nursing facility”, Infect Contr Hosp Epidemiol, 32:837-844, 2011
  38. Wang, S. H. et al., “Pseudo-outbreak of “Mycobacterium paraffinicum” infection and/or colonization in a tertiary care medical center”, Infect Contr Hosp Epidemiol, 30:848-853, 2009
  39. Zhou, Z. J. et al., “Efficacy of point-of-use water filter on removing Legionella and other water borne micro-organisms”, Chin J Noscomiol, 21:2502-2504, 2011
  40. Harpel, S. et al., “Performance of a new 14 day water filter during daily use in clinical routine at two university medical centers”, J Hosp Infect, 64 (Suppl.1):S47, 2006
  41. Holmes, C. et al., “Preventive efficacy and cost-effectiveness of point-of-use water filtration in a subacute care unit”, Am J Infect Control, 38:69-71, 2010
  42. Cervia, J. et al., “Point-of-use water filtration reduces healthcare-associated infections in bone marrow transplant recipients”, Transpl Infect Dis, 12:238-241, 2010
  43. Sheffer, P. J. et al., “Efficacy of new point-of-use water filter for preventing exposure to Legionella and waterborne bacteria“, Am J Infect Control, 33:20-25, 2005
  44. American Standard Test Method (ASTM) F838-05 “Determining Bacterial Retention of Membrane Filters Utilised for Liquid Filtration”, 2005 
  45.  Awada E, Cuffel N & Kriegel I, „Pall-Aquasafe Data: traceability of Pall-Aquasafe filters to hospital points-of-use“, presented at the 35th Annual Meeting of the European Group for Blood and Marrow Transplantation, Poster No° 1140, March 29th – April 1st, Goteborg, Sweden, 2009
  46. Circulaire DGS/SD7A/SD5C-DHOS/E4 n° 2002/243 du 22/04/2002 relative à la prévention du risque ilé aux legionelles dans les établissements de santé, 22. April, 2002
  47. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI) „Anforderung an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums“, Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz, 45:395-411, 2002
  48. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI) „Anforderungen an die Hygiene bei der medizinischen Versorgung von immunsupprimierten Patienten“, Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz, 53:357-388, 2010
  49. Yorkshire Cancer Network, “Provision of safe drinking water for cancer patients with immunocompromised”, www.yorkshire-cancer-net.org.uk, 2005
  50. Legionella and the prevention of Legionellosis”, WHO Press, World Health Organization, Genf/Schweiz, Herausgeber: J. Bartram, Y. Chartier, JV Lee, K. Pond & S. Surman-Lee, 2007
  51. Public Health Agency Canada, “Infection Prevention and Control Guideline for Flexible Gastrointestinal Endoscopy and Flexible Bronchoscopy”, www.publichealth.gc.ca, 2011 •
  52. Gastroenterological Society in Australia (GESA), “Infection Control in Endoscopy”, Herausgegeben von A. Taylor et al., 3. Ausgabe, Digestive Health Foundation, 2010
  53. Eagye, K. J. et al., “Impact of superinfection on hospital length of stay and costs in patients with ventilator-associated pneumonia”, Semin Resp Crit Care Med, 30:116-123, 2009
  54. Murphy, D., Whiting, J. und Hollenbeak, C.S., “Dispelling the myths: The true cost of health care associated infections”, APIC Briefing, Febr. 2007, www.apic.org
  55. Warren, K. D. et al., “Attributable cost of catheter-associated bloodstream infections among intensive care patients in a nonteaching hospital”, Crit Care Med, 34:2084-2089, 2006
  56. Kilgore, M. L. et al., “The costs of nosocomial infections”, Med Care, 4:101-104, 2008
  57. Tu, H. Z. et al., “Use of disposable water filter for prevention of false-positive results due to Nontuberculosis Mycobacteria in a clinical laboratory performing routine acid-fast staining for tuberculosis”, Appl Env Microbiol, 73:6296-6298, 2007
Produkte
QPoint Anwendungen
Filtration at the point-of-use
Wissenschaftliche Informationen
Wissenschaftliche Informationen über die Wasserfiltration
Fakten über wassergebundene Mikroorganismen und Wasserfiltration